Ehemaliger Seco-Ressortleiter soll hinter Gitter kommen, © Keystone SDA
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona.  Keystone SDA
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Ehemaliger Seco-Ressortleiter soll hinter Gitter kommen

Der ehemalige Leiter soll für Bestechungsgelder gewissen Firmen einen Auftrag gegeben haben. Er gibt seine Taten zu. 

29.11.2023

Im Berufungsprozess vor dem Bundesstrafgericht hat der Verteidiger des angeklagten ehemaligen Ressortleiters des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) die Strafzumessung der Vorinstanz kritisiert. Er fordert für seinen Mandanten eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 26 Monaten.

Die Strafzumessung der Vorinstanz sei in einigen Punkten "nicht nachvollziehbar", erklärte der Anwalt am Dienstag vor Bundesstrafgericht. Unter anderem sei nicht verständlich, weshalb die Strafe - trotz Kooperation des Beschuldigten - nicht tiefer ausgefallen sei. Auch Alter und Gesundheitszustand des Angeklagten hätten sich strafmindernd auswirken müssen.

Der Anwalt forderte für den heute 71-jährigen Angeklagten eine Freiheitsstrafe von 26 Monaten, davon 8 Monate unbedingt.

Die erste Instanz sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Ressortleiter zwischen 2004 und 2013 Aufträge für Güterbeschaffungen und Dienstleistungen im Informatikbereich freihändig an von ihm bevorzugte Firmen vergab.

Als Gegenleistung soll der ehemalige Bundesbeamte Vorteile in Form von Einladungen, Sponsoring von Anlässen, Bargeld, Geschenken und anderem entgegengenommen haben.

Er wurde im September 2021 der Urkundenfälschung im Amt und des Sich-bestechen-Lassens schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. (dan/sda)

Danielle Basler

Redaktorin

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